Transarte

Hände, Füsse, Gesicht vereinfacht

Du lernst, Hände, Füsse und Gesichter mit einfachen Formen anzudeuten, damit sie deine Figuren unterstützen, statt sie zu bremsen.

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Modul 6. Hände, Füsse, Gesicht vereinfacht

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Hände, Füsse und Gesichter machen vielen Menschen Angst. Sie sind kompliziert, jeder kennt sie genau, und jeder Fehler scheint aufzufallen. Beim Urban Sketching kannst du aufatmen: Eine Figur von vier Zentimetern braucht keine Fingernägel und keine Wimpern. Sie braucht die richtige Grösse, die richtige Richtung und eine glaubwürdige Haltung. Dafür reichen einfache Formen.

Die Hand als Fäustling mit Daumen in einem Kasten, daraus fünf Haltungen.
Die Hand als Fäustling mit Daumen in einem Kasten, daraus fünf Haltungen.

Die Hand als Fäustling

Stell dir die Hand als Fäustling vor: eine flache, leicht gerundete Form für Handfläche und Finger zusammen, und seitlich davon ein eigener Keil für den Daumen. Der Daumen setzt nicht an der Seite der Finger an, sondern tiefer, fast beim Handgelenk, und er zeigt schräg nach vorn. Wenn du das beachtest, sieht selbst ein Fäustling-Umriss wie eine Hand aus.

Zur Grösse: Eine Hand ist etwa so lang wie das Gesicht vom Kinn bis zum Haaransatz. Viele zeichnen Hände viel zu klein, und die Figur wirkt dann schwach oder kindlich. Lieber etwas zu gross als zu klein.

Hält jemand etwas, eine Tasse, ein Handy, einen Griff im Bus, dann zeichne zuerst den Gegenstand und lass die Fäustling-Form darum herum greifen. Die Hand erklärt sich aus dem, was sie tut. Hängt eine Hand locker, genügt oft ein kleiner, spitz zulaufender Strich am Ende des Unterarms.

Der Fuss als Keil

Der Fuss ist von der Seite gesehen ein Keil: hinten hoch bei der Ferse und dem Knöchel, vorn flach bei den Zehen. Von vorn siehst du ihn stark verkürzt, fast als Dreieck oder kleines Trapez. Ein Fuss ist ungefähr so lang wie der Unterarm vom Ellbogen bis zum Handgelenk, auch das überrascht viele.

Wichtiger als die Form ist die Richtung. Die Füsse zeigen, wohin ein Mensch geht oder schaut, und sie verbinden die Figur mit dem Boden. Zeichne den Standfuss flach auf dem Boden, den Spielfuss vielleicht nur mit der Spitze. In Schuhen ist der Keil oft einfach noch klarer.

Füsse als Keil aus drei Ansichten; Köpfe mit Mittellinie und Augenlinie auf halber Höhe.
Füsse als Keil aus drei Ansichten; Köpfe mit Mittellinie und Augenlinie auf halber Höhe.

Das Gesicht als Kreuz

Für den Kopf nimmst du das Oval aus dem Strichmännchen und legst ein Kreuz darauf. Die senkrechte Linie ist die Mittellinie des Gesichts, sie zeigt, wohin die Person schaut. Dreht jemand den Kopf nach links, wandert die Mittellinie nach links und wölbt sich mit der Kopfform.

Die waagrechte Linie ist die Augenlinie, und sie liegt etwa in der Mitte des Kopfes, vom Scheitel bis zum Kinn gemessen. Das ist tiefer, als die meisten vermuten, weil wir die Haare und die Stirn gern unterschätzen. Neigt jemand den Kopf nach unten, zum Beispiel über ein Buch, rutscht die Augenlinie tiefer und wölbt sich nach unten. Schaut jemand nach oben, wölbt sie sich nach oben.

Mit diesem Kreuz allein kannst du Blickrichtung und Kopfhaltung zeigen, ohne ein einziges Auge zu zeichnen.

Weniger ist mehr

Im Urban Sketch zeichnest du Gesichter meist ohne Gesichtszüge. Eine Figur, die zehn Meter entfernt über den Platz geht, hat im echten Leben für dein Auge auch keine erkennbaren Augen. Zeichnest du sie trotzdem, springt die Figur aus dem Bild und wirkt starr. Ein Oval, vielleicht mit Haarform und dem angedeuteten Kreuz für die Richtung, genügt. Bei nahen Figuren kannst du einen Schatten unter Nase und Kinn setzen, mehr braucht es selten.

Haltung ist wichtiger als Details. Eine gut gesetzte Kopfneigung, ein Arm mit Tasche, ein Fuss, der den Boden trifft, erzählen mehr über einen Menschen als ein sorgfältig gezeichnetes Auge.

Übung

Setz dich in ein Café, ins Tram oder an eine Bank, oder nimm Fotos von Menschen im Alltag. Zeichne zuerst eine Seite mit Übungsformen: zehn Hände als Fäustling mit Daumen in verschiedenen Stellungen, zehn Füsse als Keil von der Seite und von vorn, zehn Köpfe als Oval mit Kreuz in verschiedene Richtungen. Das dauert etwa 9 Minuten. In den restlichen 6 Minuten zeichnest du zwei ganze Figuren, bei denen man klar erkennt, was die Hände tun und wohin der Kopf schaut, ganz ohne Gesichtszüge. Fotografiere beides und zeig es dem Coach.